29.08.2019

Standort gesucht für Schwimmhalle

Presse: KN-online 29.08.2019 von Frida Kammerer (Überarbeiteter Artikel. Spiegelt die Geschehnisse wesentlich besser) Vorerst bleibt die Meerwasserschwimmhalle in Laboe geöffnet. Der Werkausschuss hat den Weg dafür freigemacht...

Presse: KN-online 29.08.2019 - 19:35 Uhr von Frida Kammerer



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19:35 Uhr 29.08.2019 Von Frida Kammerer

Die Schwimmhalle Laboe ist fürs Erste gerettet. Im Werkausschuss wurde einstimmig beschlossen, die Halle nicht sofort zu schließen, sondern erst die Umlandgemeinden ins Boot zu holen und sich um einen neuen Standort zu kümmern. Das letzte Wort in der Sache hat aber die Gemeindevertretung.


Endlich herrscht Einigkeit in Laboe: Der Werkausschuss Hafen, Tourismus und Schwimmhalle hat sich am Mittwoch dafür ausgesprochen, die Schwimmhalle in Laboe zu erhalten. Dafür haben alle elf stimmberechtigten Ausschussmitglieder votiert. Damit ist auch die zunächst von der Laboer Wählergemeinschaft (LWG) beantragte Schließung vom Tisch.

In der vergangenen Woche hatte die LWG einen Antrag eingereicht, der die Schließung der Meerwasserschwimmhalle zum 31. Dezember 2019 oder 30. Juni 2020 zum Ziel hatte. Schon zu Beginn der Sitzung zog die LWG ihren Antrag zurück - denn fast zeitgleich, ohne Wissen der anderen Fraktionen, hatte die Laboer SPD einen ähnlichen Antrag eingereicht.
LWG zog Antrag zur Schließung zurück

"Wir waren nicht bereit, weiterhin Millionen Euro in eine marode Halle zu stecken", begründete die LWG-Fraktion ihren Antrag. Man habe den Antrag wegen der Stagnation des Themas eingebracht und wollte es damit zurück in die Debatte bringen. Die Fraktion kündigte schon zu Beginn der Sitzung an, für den SPD-Antrag stimmen zu wollen. "Wir behalten uns jedoch vor, den Antrag im Frühjahr zu wiederholen, wenn wieder nichts passiert", kündigte Jan Plagmann (LWG) an.

Auch die Grünen meldeten sich noch vor der Beratung des Antrags zu Wort: "Der gemeinsame Grundsatzbeschluss für einen Schwimmstandort Laboe ist Folge intensiver fraktionsübergreifender Beratungen", erklärte der Fraktionsvorsitzende Martin Opp und empfahl dem Ausschuss, den Antrag der SPD anzunehmen.

Bernd Schmidt (SPD) erklärte für die anwesenden Laboer den Antrag. "Wenn man etwas lange hat, gewinnt es an Wert." In dem fünfseitigen Dokument plädiert die Fraktion für eine neue Schwimmhalle am Standort Laboe. Die Fraktion beruft sich vor allem auf das Gutachten von 2017, in dem unter anderem ein Zweckverband empfohlen wurde, und auf den Beschluss der Gemeindevertretung aus dem August 2018, wo "die Absicht zur Sicherstellung zur Versorgung der Umlandgemeinden" beschlossen wurde. Schmidt betonte außerdem, dass es wichtig sei, dass Laboe Einigkeit zeige: "Aktuell sitzen nur Laboe und Schönberg am Tisch, aber wer weiß, wer sich noch meldet."

Die SPD bezeichnet in ihrem Antrag den Standort an der Kieler Förde außerdem als ungeeignet - ein neuer müsse gesucht werden. Man orientiere sich am Gutachten, das Parkplätze sowie die Nähe zu Wohnungen und Schulen beachtet - da ist der aktuelle Standort klar im Nachteil. Ziel des Antrags ist es, dass die Gemeindevertretung einen passenden Ort sucht und diesen im Flächennutzungsplan aufnimmt. "Das kann auch der alte Standort sein - wenn er denn wirklich der beste ist", erklärt Schmidt. Da die Laboer dann den Vorteil der "Schwimmhalle vor Ort" haben, müsse man die Umlandgemeinden anders "ins Boot holen". Die SPD schlug vor, einen überproportionalen Anteil der jährlichen Kosten zu tragen. Von den 550.000 Euro solle Laboe 200.000 Euro jährlich stemmen.
CDU hatte ebenfalls Antrag in der Hinterhand

Auch der fraktionslose Abgeordnete Karl-Heinz Fleischfresser, der nicht abstimmen durfte, freute sich über den Fortschritt in der Problematik: "Toller Antrag, wirklich klasse!" Jedoch sprach er sich gegen den ersten Antragspunkt aus, in dem es um einen möglichen neuen Standort ging. Die Idee, den Umlandgemeinden Laboe als Standort "schmackhaft" zu machen, indem Laboe einen überproportionalen Anteil an der Schwimmhalle zahlt, unterstützte er hingegen.

Die CDU hatte ebenfalls einen Antrag vorbereitet - falls nur der Antrag der LWG auf dem Tisch gelegen hätte. Umso mehr freute man sich über den Antrag der SPD: "Wir konnten ein klares Statement an die Umlandgemeinden senden", sagte Günter Petrowski von der CDU.

Die Erklärung der SPD wurden nicht kommentarlos vom Publikum hingenommen. Die Cafeteria der Laboer Grundschule war voll, es mussten noch einige Stühle dazugestellt werden. Dass für die Halle eventuell ein anderer Standort als am Meer in Frage kommt, wollte man so nicht hinnehmen: "Wenn die Halle auf einer Wiese steht, muss sie mit Süßwasser betrieben werden, die Kinder lernen in Meerwasser besser schwimmen", sagte ein Laboer zornig. Eine andere Anwohnerin warf dem Ausschuss vor, man habe die Halle absichtlich verwahrlosen lassen: "Wenn man die Halle nutzt, verfällt sie auch nicht."
Klares Signal an die umliegenden Gemeinden

Als sich am Ende die Abgeordneten einstimmig zeigten, bedankte sich Bürgermeister Heiko Voß (parteilos) für das Votum: "Ich möchte mich für dieses erhoffte Signal bedanken. Die Einstimmigkeit war wichtig, denn damit statten Sie mich mit einer kraftvollen Aussage aus." Nun geht die Empfehlung des Ausschusses an die Gemeindevertretung. Diese soll einen möglichen Standort für ein neues Schwimmbad ermitteln und im Flächennutzungsplan ausweisen. Außerdem soll den Umlandgemeinden versichert werden, dass Laboe bei einer gemeinsamen Realisierung eines "Schwimmbades mit überörtlicher Trägerschaft" 200.000 Euro der Betriebskosten zahlt.

Auch die Initiative "Pro Schwimmhalle Laboe", die sich für den Erhalt der Meerwasserschwimmhalle einsetzt, zeigte sich zufrieden: "Wir begrüßen das Bekenntnis zum Standort Laboe", sagte Manfred Krutzinna von der Initiative nach der Sitzung. Auch dass der alte Standort an der Förde nicht ganz aus dem Rennen sei, wurde positiv aufgenommen. Allerdings könne die Schwimmhalle nicht nur "reine Versorgung" fürs Schul- und Vereinsschwimmen sein, sondern müsse als Aushängeschild mehr bieten

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